Kann man über die Ablesewerte auf die Heizkosten schliessen?

Sie können aus der Anzahl der abgelesenen Verbrauchseinheiten nicht auf die Höhe Ihrer Heizkosten schliessen. Heizkostenverteiler zeigen den Wärmeverbrauch nicht in physikalischen Messgrößen (kWh bzw. cbm) an, sondern lediglich in dimensionslosen Anzeige- und Verbrauchswerten ohne physikalische Einheiten (Stricheinheiten oder Zahlenreihen). Auf Grundlage dieser Anzeige- und Verbrauchswerte können die Verbrauchsanteile der einzelnen Nutzer und somit auch Ihr Anteil am Gesamtverbrauch ermittelt werden. Es handelt sich dabei um ein "Messhilfsverfahren".

Sind die Verbrauchswerte von Jahr zu Jahr vergleichbar?

 

 

Nein. Selbst bei gleichem Brennstoffverbrauch in verschiedenen Heizperioden kann es zu unterschiedlichen Verbrauchsanzeigen kommen. Das hängt u. a. mit den unterschiedlichen Aussentemperaturen, der Länge der Heizperiode etc. zusammen. Trotzdem bleibt die Verteilung gerecht, da sämtliche Ablesewerte eines Hauses addiert und den gesamten Heizkosten gegenübergestellt werden.

Warum ist die Montage der Erfassungsgeräte überhaupt erforderlich?

Die Erfassungsgeräte an den Heizkörpern bzw. in den Rohrleitungen ermöglichen die Ermittlung des individuellen Verbrauchs eines jeden Nutzers. Vor dem vereinfacht dargestellten Hintergrund: "Wer bezahlt, was er verbraucht, verbraucht automatisch weniger", hat das Bundesamt für Energie - BFE die verursachungsgerechte Heizkostenabrechnung im Abrechnungsmodell zur Verbrauchsabhängigen Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung - VHKA für Zentralheizungen vorgeschlagen. Sein Ziel ist es, im Bereich der Gebäudeheizung ohne Einschränkung des Wohnkomforts zu einer Verminderung des Energieverbrauchs zu kommen. Die Gebäudeheizung hat einen Anteil von etwa 40 % am gesamten Energieverbrauch. Hiervon werden ca. 84 % verheizt, 15 % in Bad und Küche und 1 % für die Beleuchtung verbraucht. Die verursachungsgerechte Abrechnung ist eine Massnahme, mit der ohne grossen Investitionsaufwand durch die Verhaltensänderung jedes einzelnen Bürgers ein beachtliches Mass an Energieeinsparung erzielt werden kann. Nach einem Gutachten wird mit einem Einsparpotenzial von etwa 15 % in dem Gebäudebereich gerechnet, das auf die Einführung der verursachungsgerechten Abrechnung zurückzuführen ist. Des Weiteren wird Abstand von einer pauschalen Berechnung der Kosten genommen. Aus der Summe der Heizkosten und der Summe der Warmwasserkosten werden jeweils zwei Kostenblöcke gebildet. Der Grundkostenanteil, der die Kosten für die Leistungsverluste berücksichtigt, kann vom Hausverwalter gemäss VHKA zwischen 30 und 50 % festgelegt werden. Da diese Kosten unabhängig von Ihrem individuellen Verbrauch entstehen, erfolgt ihre Verteilung in der Regel entsprechend zu den Grösse Ihrer Wohnung. Dieser Kostenfaktor wird durch Ihr Heizverhalten nicht beeinflusst. Den restlichen Prozentanteil, also 50 bis 70 %, bilden dann die Verbrauchskosten, auf deren Höhe Sie durch Ihr Heizverhalten direkten Einfluss nehmen. Mit dieser Erfassung des individuellen Verbrauchs erfolgt auch eine gerechte Aufteilung der Kosten. Somit zahlt jeder Nutzer nur das, was er tatsächlich verbraucht.

Was geschieht bei einem Mieterwechsel?

Bei einem Nutzerwechsel werden wir von der Hausverwaltung bzw. von dem Vermieter oder dem Eigentümer beauftragt, eine Zwischenablesung zum Auszugsdatum durchzuführen. Die von dem Ableser ermittelten Zwischenablesewerte werden geprüft und gespeichert. Diese Werte werden am Ende der Abrechnungsperiode bei der Erstellung der Heizkostenabrechnung berücksichtigt. Somit erhalten der ausziehende und der einziehende Nutzer eine separate Abrechnung entsprechend ihres Verbrauchs. Eine Besonderheit kann bei der Zwischenablesung der Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip auftauchen. Aufgrund der vorgeschriebenen Kaltverdunstungsmenge gibt es bei bestimmten Zeiträumen ungeeignete Werte der Zwischenablesung. In diesem Fall findet eine Zwischenablesung nicht statt. Der Verbrauch wird dann mit einer technischen Hochrechnung mittels der Gradtagstabelle berechnet.

Wie kann es sein, dass bei gleichem Brennstoffverbrauch verschiedener Heizperioden unterschiedliche Verbrauchsanzeigen auftreten können?

 

Bei der Beurteilung der Zuordnung der gesamten Verbrauchswerte der Heizkostenverteiler ist zu beachten, dass auch bei gleichem Brennstoffverbrauch verschiedener Heizperioden unterschiedliche Verbrauchsanzeigen auftreten können. Dieser Sachverhalt ist durch die überproportionale Zunahme der Verdunstungsgeschwindigkeit mit der Messflüssigkeitstemperatur zu erklären. Durch dieses Verhalten erhält man trotz gleichen Wärmeverbrauchs in einer kurzen Heizperiode mit tiefen Aussentemperaturen (hohen Heizflächentemperaturen) eine höhere Anzeige als in einer längeren mit höheren Aussentemperaturen (tiefen Heizflächentemperaturen). Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass die Messgeräte eine fehlerhafte Verteilung mit sich bringen. Es wird in jeder Heizperiode die jeweilige witterungsabhängige Verbrauchsanzeige der Verteilung zu Grunde gelegt und führt damit trotz unterschiedlicher Gesamtanzeige zu einer richtigen Verteilung. Hier ist zu betonen, dass die Verdunstungsgeräte keine physikalisch exakten Messgeräte darstellen, sondern nur zur Verteilung entstandener Kosten eingesetzt werden dürfen.

Mir als Mieter sind in der Heizkostenabrechnung Brennstoffverbräuche berücksichtigt worden, die vor/nach meinem Auszug getätigt worden sind. Ist das rechtens?

Die Berücksichtigung von Brennstoffkosten vor/nach dem Nutzerwechsel bedeutet keine Unwirksamkeit der Abrechnung gegenüber dem einziehenden/ausziehenden Nutzer. Zwar können hierbei gewisse Nachteile für den einziehenden/ausziehenden Nutzer entstehen, diese Nachteile sind jedoch vom Nutzer in Kauf zu nehmen. Es entspricht vielmehr der Billigkeit, wenn die Kosten der während der gesamten Abrechnungsperiode bezogenen Brennstoffmengen zusammengerechnet werden und auf diese Weise ein Mischpreis für alle Nutzer, die während der Abrechnungsperiode in der Liegenschaft gewohnt haben, gebildet wird. Auf der Grundlage dieses Mischpreises (Gesamtkosten) ist dann am Schluss der Abrechnungsperiode eine dem Nutzerwechsel gerecht werdende Abrechnung zu erstellen. Es würde für den Vermieter/Verwalter - auch im Verhältnis zu den übrigen Nutzparteien - zu völlig untragbaren Ergebnissen führen, wenn der Vermieter/Verwalter beim Einzug/Auszug eines jeden Nutzers nur für diesen - auf der Grundlage der tatsächlich bis zum Einzug bzw. Auszug anfallenden Kosten - abrechnen müsste.

Wieso wird nach einem Nutzerwechsel nicht immer eine Zwischenablesung durchgeführt?

Generell soll bei einem Nutzerwechsel eine Zwischenablesung durchgeführt werden. Eine Zwischenablesung ist dann nicht durchzuführen, wenn sie wegen des Zeitpunktes des Nutzerwechsels aus technischen Gründen keine hinreichend genaue Ermittlung der Verbrauchsanteile zulässt. Dies trifft zu bei einer Messung der verbrauchten Heizenergie mittels Heizkostenverteiler nach dem Verdunsterprinzip zu.

Trotz sparsameren Verbrauchsverhalten im Umgang mit Heizenergie musste ich das Gleiche/mehr für eine Heizkostenverteilereinheit zahlen wie im Vorjahr. Wie kann das sein?

In Ihrer Liegenschaft sind Heizkostenverteiler zu Erfassung des anteiligen Wärmeverbrauchs installiert. Bei Heizkostenverteilern handelt es sich um Messhilfsverfahren, um den anteiligen Wärmeverbrauch zu ermitteln. Dieser Verbrauch wird nicht wie bei Wärmezählern in einer physikalischen Einheit angezeigt, was aufgrund des Messprinzips, nach welchem Heizkostenverteiler arbeiten, nicht möglich ist. Alle Heizkostenverteiler machen von dem Zusammenhang zwischen Heizkörperwärmeleistung und Übertemperatur des Heizkörpers Gebrauch.

Warum ist es manchmal nötig, Heizkörper mit zwei oder mehr Heizkostenverteilern auszustatten?

Nach der Norm (SN EN 835 Punkt 6.3) müssen als Befestigungsort am Heizkörper für Heizkostenverteiler solche Stellen auf der Heizfläche gewählt werden, an denen sich für einen möglichst grossen Betriebsbereich ein hinreichender Zusammenhang zwischen Anzeigewert und Wärmeabgabe des Heizkörpers ergibt. Grössere Heizkörper weisen nach physikalisch technischen Untersuchungen mehrerer solcher Temperaturmittelpunkte auf, so dass nach der SN EN 835 bei grossen Heizkörpern die Montage mehrerer Heizkostenverteiler zulässig ist.

Wenn Heizkörper mit zwei oder mehr Heizkostenverteilern ausgestattet werden, werden dann nicht zu viele Einheiten berechnet?

Wenn zwei Heizkostenverteiler zu montieren waren, teilt sich der Gesamtwärmeleistungswert des Heizkörpers in der Skalierung auf beide Erfassungsgeräte auf. Die Addition beider Anzeigewerte ergibt den Gesamtverbrauch für diesen Heizkörper.

Warum stimmen die Werte der Wärmezähler nicht mit der ausgewiesenen Menge auf der Rechnung des Energielieferanten überein?

Es ist aus vielen Liegenschaften bekannt, dass je nach Art, Grösse und Beschaffenheit eines Heizungssystems Verluste in unterschiedlicher Höhe in Ansatz zu bringen sind. Es muss insbesondere berücksichtigt werden, dass nicht allein der feuerungstechnische Wirkungsgrad einer Anlage entscheidend ist. Gerade auch die Abstrahlungs-, Auskühlungs- und Rohrleitungsverluste tragen erheblich zu den Gesamtmengen bei. Die lageausgleichbedingte Reduktion des individuellen Verbrauchs vergrössert dieses Differenz noch. Beachtet werden muss ausserdem die Tatsache, dass viele der abzurechnenden Liegenschaften nicht in allen Punkten den Vorgaben der novellierten Wärmeschutzverordnung entsprechen.