Heizkostenverteiler

Was geschieht, wenn in einer Wohnung nicht abgelesen wurde oder nicht abgelesen werden konnte?

Kann der anteilige Wärme- oder Warmwasserverbrauch von Nutzern für einen Abrechnungszeitraum wegen Geräteausfalls oder aus anderen zwingenden Gründen, z. B. wegen Unzugänglichkeit der Wohnung für unseren Ableser, nicht ordnungsgemäß erfasst werden, ist er gem. § 9a Heizkostenverordnung vom Gebäudeeigentümer auf der Grundlage des Verbrauchs der betroffenen Räume in vergleichbaren früheren Abrechnungszeiträumen oder des Verbrauchs vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum zu ermitteln. Der somit ermittelte anteilige Verbrauch ist bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zugrunde zu legen.

Der Heizkostenverteiler in meiner Wohnung zeigt viel geringere Verbrauchseinheiten gegenüber dem Vorjahr an, trotzdem wurden mir höhere Kosten belastet. Warum?

Die Heikostenverteiler stellen ein sogenanntes Hilfsverfahren zur Aufteilung der von der Hausverwaltung angegebenen und für eine Abrechnungsperiode abzurechnenden Kosten dar. Dies bedeutet, dass die abgelesenen Werte an sich noch keine Aussage für die Höhe des Verbrauchs eines Nutzers zulassen. Erst die Gesamtheit der bei allen Nutzern ermittelten Ablesewerte ermöglicht die Aufteilung der Kosten im Verhältnis der abgelesenen Werte.

Trotz sparsameren Verbrauchsverhalten im Umgang mit Heizenergie musste ich das Gleiche/mehr für eine Heizkostenverteilereinheit zahlen wie im Vorjahr. Wie kann das sein?

In Ihrer Liegenschaft sind Heizkostenverteiler zu Erfassung des anteiligen Wärmeverbrauchs installiert. Bei Heizkostenverteilern handelt es sich um Messhilfsverfahren, um den anteiligen Wärmeverbrauch zu ermitteln. Dieser Verbrauch wird nicht wie bei Wärmezählern in einer physikalischen Einheit angezeigt, was aufgrund des Messprinzips, nach welchem Heizkostenverteiler arbeiten, nicht möglich ist. Alle Heizkostenverteiler machen von dem Zusammenhang zwischen Heizkörperwärmeleistung und Übertemperatur des Heizkörpers Gebrauch.

Warum ist es manchmal nötig, Heizkörper mit zwei oder mehr Heizkostenverteilern auszustatten?

Nach der Europanorm (EN 835 Punkt 6.3) müssen als Befestigungsort am Heizkörper für Heizkostenverteiler solche Stellen auf der Heizfläche gewählt werden, an denen sich für einen möglichst großen Betriebsbereich ein hinreichender Zusammenhang zwischen Anzeigewert und Wärmeabgabe des Heizkörpers ergibt. Größere Heizkörper weisen nach physikalisch technischen Untersuchungen mehrerer solcher Temperaturmittelpunkte auf, so dass nach der EN 835 bei großen Heizkörpern die Montage mehrerer Heizkostenverteiler zulässig ist.

Wenn Heizkörper mit zwei oder mehr Heizkostenverteilern ausgestattet werden, werden dann nicht zu viele Einheiten berechnet?

Wenn zwei Heizkostenverteiler zu montieren waren, teilt sich der Gesamtwärmeleistungswert des Heizkörpers in der Skalierung auf beide Erfassungsgeräte auf. Die Addition beider Anzeigewerte ergibt den Gesamtverbrauch für diesen Heizkörper.

Kann bei ausgeschalteter Heizung trotzdem eine Verdunstung am Heizkostenverteiler erfolgen?

Grundsätzlich ist eine Verdunstung der Messflüssigkeit auch bei abgestelltem Heizkörper nicht zu verhindern. Bei Heizkostenverteilern auf Verdunsterbasis ist die Kaltverdunstung entsprechend der EN 835 (Europanorm) durch eine Überfüllung der Messampulle über den Skalen-Null-Strich hinaus berücksichtigt.

Warum sind bei der Nachrüstung/-montage von Heizkörpern mit Heizkostenverteilern keine Ampullen eingesetzt worden?

Bei einer Nachmontage von Heizkostenverteilern (Verdunstern) an neu installierten Heizkörpern können die Messampullen mit der Verdunsterflüssigkeit erst im Zuge der nächsten Ablesung eingesetzt werden. Dazu im Folgenden eine kurze Erläuterung: Die benutzte Messflüssigkeit verdunstet in Abhängigkeit von ihrer Temperatur. Eine Verdunstung findet - in geringem Maße - auch außerhalb der Heizperiode statt. Um dieses ungewollte Anzeigeergebnis unberücksichtigt zu lassen, wird eine statistisch ermittelte Menge zusätzlich eingefüllt (EN 835 Punkt 5.4). Nach der vorgenannten Europanorm ist diese Kaltverdunstungsvorgabe für mindestens 120 Tage bei einer Messflüssigkeitstemperatur von 20 ° C zu bemessen. Bei Heizungssystemen mit mittleren Auslegungs-Heizmedium-Temperaturen von weniger als 60 ° C ist die Kaltverdunstungsvorgabe für mindestens 220 Tage bei derselben Messflüssigkeitstemperatur zu bemessen. Damit ist die sogenannte "Kaltverdunstung" eines Jahres ausgeglichen. Der Messampullentausch kann daher nur einheitlich, also zu den festgesetzten Ableseterminen, erfolgen. Wird die Zeit bis zum nächsten Ampullentausch verkürzt, was hier der Fall wäre, ist die Überfüllung im Verhältnis zu den Messflüssigkeitsständen in Heizkostenverteilern anderer Nutzeinheiten zu viel, und die Verbrauchserfassung wird unzulässig verfälscht. Daher ist es notwendig, die Wärmeabgabe dieser nachträglich installierten Heizkörper bis zum nächsten Ablesetermin anhand von Vergleichswerten zu schätzen.

Wie funktionieren Heizkostenverteiler/Verdunstungsmessgeräte?

Ein Heizkostenverteiler besteht aus einem wärmeleitenden Unterteil mit einer Ampulle Messflüssigkeit, die verdunstet.

Wie funktionieren Heizkostenverteiler/elektronische Messgeräte mit zwei Fühlern?

Diese Geräte bestehen aus einem wärmeleitenden Unterteil mit zwei Messfühlern und einem elektronischem Zählwerk mit LCD-Anzeige. Der erste Fühler misst die Temperatur der Heizkörperoberfläche. Der zweite Fühler misst die Raumlufttemperatur. Das Zählwerk registriert die abgenommenen Temperaturdifferenz-Impulse.

Wie wird der Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip abgelesen?

Der abgenommene Deckel des Heizkostenverteilers wird zusammen mit der Messampulle in Augenhöhe abgelesen. Im Bedarfsfall wird zu Kontrollzwecken oder bei Zwischenablesungen eine Taschenlampe zu Hilfe genommen. Der Einheitenanteil ergibt sich aus dem Stand der Flüssigkeit unter Berücksichtigung der vorhandenen Skala. Bei unserem Gerätetyp exemper® verbleibt die Vorjahresampulle im Heizkostenverteiler. Mittels dieser Ampulle hat der Nutzer die Möglichkeit, seinen Verbrauch tendenziell zu kontrollieren.

Welche Bedeutung haben die Skalen bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip?

Standardmäßig ist auf dem Gerät die Einheitsskala angebracht. Die Anzeigewerte werden vor Übernahme in die Abrechnung von uns in die Verbrauchswerte umgerechnet. Bei dieser Umrechnung sind die heizkörperspezifischen Daten (Typ, Bauart, Größe, Leistung) zu berücksichtigen. Ist der Heizkostenverteiler auf Wunsch bereits mit einer sogenannten Produktenskala ausgerüstet, so sind diese Heizkörperdaten bei den Anzeigewerten auf der Skala berücksichtigt. Die dann abgelesenen Werte können direkt in die Abrechnung übernommen werden.

Was sind Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip?

Heikostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip ermitteln die Wärmeabgabe eines Heizkörpers. Die Wärme geht am Montagepunkt vom Heizkörper zur Messflüssigkeit über. Dies erfolgt über das hochwärmeleitfähige Geräteunterteil. Dadurch verdunstet die in einer Ampulle befindliche Spezialflüssigkeit bestehend aus gesundheitlich unbedenklichem Methylbenzoat. In Abhängigkeit von der Temperatur und der Zeitdauer der Einwirkung verdunstet die Messflüssigkeit in der Messampulle. Die verdunstete Menge ist hierbei ein Maßstab für die abgegebene Wärmeleistung und Grundlage für die spätere Abrechnung. Die Ablesewerte sagen jedoch nichts über die tatsächlich verbrauchte Wärmemenge aus, sondern zeigen nur den anteiligen Verbrauch der einzelnen Heizkörper am Gesamtwärmeverbrauch des Hauses an. Die vorwiegend in den Sommermonaten auftretende Kaltverdunstung wird durch eine entsprechende Flüssigkeitsvorgabe (gem. EN 835) in der Ampulle ausgeglichen.

Ist die Flüssigkeit in den Heizkostenverteilern gesundheitsschädigend?

Die im Zeitraum einer Heizperiode freiwerdende Menge Methylbenzoat (Verdunstungsflüssigkeit) führt zu derart geringen Konzentrationen, dass gesundheitliche Schäden oder Beeinträchtigungen für den Menschen nicht zu erwarten sind. Das Bundesgesundheitsamt führt dazu aus: "Untersuchungen zur inhalativen Aufnahme ergeben keine organische Veränderungen. Sensibilitätstests zeigen keine allergischen Reaktionen. Eine krebserzeugende Wirkung von Methylbenzoat ist unseres Wissens nach nicht belegt." Sollte Methylbenzoat durch unsachgemäße Handhabung bzw. durch Zerstörung des Heizkostenverteilers aus einem Messröhrchen auf die Haut gelangen, muss beachtet werden, dass direkter und wiederholter Kontakt zu Reizungen führen kann. In diesem Fall wird empfohlen, die Substanz durch intensives Waschen zu entfernen. Natürlich gilt auch für Methylbenzoat wie für alle anderen Chemikalien, dass Kinder beim Verschlucken sicherheitshalber zum Arzt gebracht werden sollten. Geruchsbelästigungen sind im Normalbetrieb auf Grund der geringen Konzentration nahezu ausgeschlossen. Das Bundesgesundheitsamt führt dazu aus: "Von Methylbenzoat sind in diesem geringen Konzentrationsbereich keine gesundheitlichen Schäden oder Beeinträchtigungen für den Menschen zu erwarten."

Wo im Gerät befindet sich die Flüssigkeit?

Die Messflüssigkeit befindet sich in einer Glasampulle mit einer Stricheinteilung am Gerät.

Wie sieht die Anzeigeart von Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip aus?

Es handelt sich um Stricheinheiten.

Was sind elektronische Heizkostenverteiler?

Elektronische Heizkostenverteiler erfassen mit Fühlern die Temperatur von Heizkörpern präziser, schneller und feiner abgestuft als es mit klassischen Verdunstern möglich ist. Ein Mikro-Chip modernster Bauart rechnet blitzschnell mit den erfassten Verbrauchswerten und berücksichtigt auch feinste Temperaturunterschiede, die sich aus der Differenz zwischen den vom Fühler ermittelten Werten und einem programmierten Festwert für 20 ° C Raumlufttemperatur ergeben (Einfühlersystem). Er wandelt diese Werte um in ablesbare Anzeigewerte. Je höher die Wärmeabgabe des Heizkörpers ist, desto stärker verändern sich die angezeigten Verbrauchswerte. Elektronische Heizkostenverteiler, die als Zweifühlersystem arbeiten, erfassen neben der Heizkörpertemperatur auch die Raumlufttemperatur. Aus diesen Werten ermitteln sie eine Temperaturdifferenz. Diese bestimmt die Anzeigegeschwindigkeit des Gerätes entsprechend der Wärmeabgabe des Heizkörpers. Die Einheiten werden in einem gut ablesbaren LC-Display angezeigt. Die Geräte speichern den programmierten Stichtag sowie entsprechende Monatsendwerte.

Wie funktioniert der Heizkostenverteiler Typ E 3/1?

Unsere Geräte sind nach Heizkostenverordnung zugelassen, eine Prüfung gemäß den technischen Vorschriften der EN 834 ist hierzu Voraussetzung. Nach dieser Verordnung müssen elektronische Heizkostenverteiler mit einem Fühler bei spätestens 31 ° C am Montagepunkt zu zählen beginnen. Unsere Geräte sind so programmiert, dass sie innerhalb der Heizperiode bereits ab 28,5 ° C einen Zählfortschritt verzeichnen. Zur besonderen Sicherheit gegen sogenannte "Sommerzählimpulse" beginnt unser Heizkostenverteiler E 3/1 in der Zeit vom 10.06. bis zum 30.09. des Jahres erst bei 30 ° C zu zählen. Derartige Temperaturen am Messpunkt (gleich Montagepunkt) sind ohne Wärmeabgabe des Heizkörpers kaum möglich. Geringfügige "Sommerzählimpulse" können u. U. durch Fremdeinfluss, wie z. B. direkte Sonneneinstrahlung, auftreten. Das ist auch an den seltenen sogenannten "Heißtagen" mit mehr als 30°C der Fall.

Wie funktioniert der Heizkostenverteiler Typ doprimo®?

Unsere Heizkostenverteiler doprimo® sind nach der Heizkostenverordnung zugelassen, eine Prüfung gemäß den technischen Vorschriften der EN 834 ist hierzu Voraussetzung. Der doprimo® ist ein elektronischer Heizkostenverteiler, der nach seiner Grundausstattung nach dem Einfühler-Messprinzip mit Startfühler und einer Elektronik mit kundenspezifischem integriertem Schaltkreis in modernster Technik arbeitet. Als Einfühler-Gerät ist er in dem überwiegenden Teil der Heizanlagen mit mittleren Auslegungs-Heizmediumtemperaturen von 55 ° C bis 110 ° C einsetzbar. Im Bedarfsfall kann er aber recht schnell vor Ort von dem Einfühler-Messgerät zu einem Zweifühler-Messgerät, das sowohl die Heizkörperoberfläche - wie auch die Raumtemperatur erfasst - aufgerüstet werden. Dadurch kann er auch in Temperaturbereichen von 40 ° C bis 110 ° C (Kompaktgeräte bis 90 ° C, Fernfühler- bzw. Geräte mit thermischer Entkopplung bis 110 ° C) und somit auch in modernen Niedertemperaturanlagen eingesetzt werden. Die Geräte sind grundsätzlich (auf der Basis der Skala 20) einheitsskaliert, so dass die vom Ablesedienst ermittelte Anzeige unter Berücksichtigung der heizkörperspezifischen Faktoren bei der Abrechnung in Verbrauchswerte umgerechnet wird. Maßgebend für den Zählbeginn ist der Temperaturunterschied zwischen Heizkörper und Raumluft. Dieser muss ca. 4 Kelvin betragen. Unterhalb einer Heizkörperoberflächentemperatur von 23 ° C erfolgt keine Zählung. Die Zählbeginn-Temperatur ist variabel und beginnt je nach Jahreszeit bei 29 ° C oder bei 40 ° C. Das Gerät überträgt die zu einem programmierten Stichtag (Mitte oder Ende des Monats) aufgelaufenen Zählwerte in einen Vorjahresspeicher. Aus diesem werden durch unseren Ablesedienst die für die Abrechnung der laufenden Periode relevanten Anzeigewerte abgerufen und auf die Ablesequittung übertragen.

Wie sieht die Anzeigeart von elektronischen Heizkostenverteilern aus?

Es handelt sich um eine LCD-Anzeige, die in der Regel - je nach Gerätetyp Stichtagsspeicherung zum Ende des Abrechnungszeitraumes (Stichtagsspeicherung ist möglich, aber nicht zwingend Grundlage für die Abrechnung) - fortlaufend ist.

Wie funktionieren Heizkostenverteiler/elektronische Messgeräte mit einem Fühler?

Ein elektronischer Heizkostenverteiler besteht aus einem wärmeleitenden Unterteil mit einem Messfühler und einem elektronischen Zählwerk mit LCD-Anzeige. Der Fühler misst die Temperatur, und das Zählwerk registriert die abgenommenen Temperaturdifferenz-Impulse.