29.04.2020 - Artikel
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Erfolgsrezept Wissen: Rebound-Effekt kennen und Energie sparen

Sparsame Heizungen, sanierte Fassaden und neue Fenster – und trotzdem ist die Ersparnis nicht so groß, wie sie sein könnte. Das liegt häufig am so genannten Rebound-Effekt. Dabei gehen beispielsweise die Bewohner von energetisch sanierten Wohnungen großzügiger mit Heizenergie um als vorher. Wer das weiß, hat eine Chance gegenzusteuern.

Das Umweltbundesamt hat eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Energie- und Rohstoffeffizienz in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten besser geworden und der CO2-Ausstoß privater Haushalte sinkt. Doch der absolute Energieverbrauch lag 2017 auf dem gleichen Niveau wie 1990. 

Rebound-Effekt minimiert den Erfolg

Grund ist unter anderem der Rebound- oder Bumerang-Effekt. Dabei investieren Verbraucher Gewinne bei der Energieeffizienz zumindest teilweise in höheren Konsum. Zudem gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr (Single-)Haushalte und es steht pro Person mehr Wohnfläche zur Verfügung. Dazu kommt die menschliche Neigung, sich für Anstrengungen zu belohnen. Dadurch leidet dann teilweise der Erfolg: Das fängt beim Belohnungsessen nach einer erfolgreichen Diät an und endet beim Geldausgeben, sobald der Bonus oder die Steuerrückzahlung auf dem Konto eingetroffen ist. Der psychologische Mechanismus: Einsparungen führen oft dazu, dass Verbraucher mehr ausgeben – auch bei der Energie. 

Wie nutzen wir das volle Sparpotenzial?

Energie sparen: So erzielen wir die größte Wirkung

  1. Bewusst Energie einsparen: Private Haushalte verbrauchen mehr als zwei Drittel der Energie, um Räume zu heizen. Daher sind die größten Einsparungen zu erwarten, wenn ein Haushalt das Heizverhalten anpasst. Leider ist hier aber auch das Risiko eines Rebound-Effekts besonders hoch. 
    Machen Sie sich immer wieder bewusst, wie viel Sie einsparen und legen Sie den Gewinn aufs Konto – oder investieren Sie in weitere Sparmaßnahmen. 
  2. Langfristig denken: Investitionen in Sanierungen helfen dann das Klima zu schützen, wenn der Rebound-Effekt so gering wie möglich gehalten wird. Dazu gilt es, die verbesserte Energieeffizienz über einen längeren Zeitraum stabil zu halten.
    Machen Sie sich klar, dass Sie über einen längeren Zeitraum Zeit und Mühe investieren, um die Energieeffizienz hoch zu halten und die Umwelt zu schützen. Dann begreifen Sie die Energieeinsparung eher als hart erarbeiteten Gewinn, den Sie sichern wollen.
  3. Gewohnheiten einüben: Haben wir uns erst einmal daran gewöhnt, sparsam zu wirtschaften, bleibt der Energieverbrauch wie von selbst auf niedrigem Niveau. 
    Integrieren Sie so viele Energiespartipps [https://www.ista.com/de/unternehmen/themenwelt/heizspartipps-fuer-mieter-im-ueberblick/] wie möglich in den Alltag und halten Sie durch. Durchschnittlich 66 Tage dauert es, eine neue Gewohnheit zu etablieren.
  4. Daten und Fakten analysieren: Nur wer seinen Verbrauch kennt, kann sinnvoll planen.
    Prüfen und vergleichen Sie Ihre Abrechnungen für die Heizkosten. So entdecken Sie Einsparpotenziale oder können erkennen, ob sich eine Maßnahme gelohnt hat. Dabei helfen kann zukünftig auch eine regelmäßige unterjährige Verbrauchsinformation, wie die europäische Union sie vorsieht. Mehr dazu finden Sie hier.
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