Allgemeine Fragen

Warum sind bei der Nachrüstung/-montage von Heizkörpern mit Heizkostenverteilern keine Ampullen eingesetzt worden?

Bei einer Nachmontage von Heizkostenverteilern (Verdunstern) an neu installierten Heizkörpern können die Messampullen mit der Verdunsterflüssigkeit erst im Zuge der nächsten Ablesung eingesetzt werden. Dazu im Folgenden eine kurze Erläuterung: Die benutzte Messflüssigkeit verdunstet in Abhängigkeit von ihrer Temperatur. Eine Verdunstung findet - in geringem Maße - auch außerhalb der Heizperiode statt. Um dieses ungewollte Anzeigeergebnis unberücksichtigt zu lassen, wird eine statistisch ermittelte Menge zusätzlich eingefüllt (EN 835 Punkt 5.4). Nach der vorgenannten Europanorm ist diese Kaltverdunstungsvorgabe für mindestens 120 Tage bei einer Messflüssigkeitstemperatur von 20 ° C zu bemessen. Bei Heizungssystemen mit mittleren Auslegungs-Heizmedium-Temperaturen von weniger als 60 ° C ist die Kaltverdunstungsvorgabe für mindestens 220 Tage bei derselben Messflüssigkeitstemperatur zu bemessen. Damit ist die sogenannte "Kaltverdunstung" eines Jahres ausgeglichen. Der Messampullentausch kann daher nur einheitlich, also zu den festgesetzten Ableseterminen, erfolgen. Wird die Zeit bis zum nächsten Ampullentausch verkürzt, was hier der Fall wäre, ist die Überfüllung im Verhältnis zu den Messflüssigkeitsständen in Heizkostenverteilern anderer Nutzeinheiten zu viel, und die Verbrauchserfassung wird unzulässig verfälscht. Daher ist es notwendig, die Wärmeabgabe dieser nachträglich installierten Heizkörper bis zum nächsten Ablesetermin anhand von Vergleichswerten zu schätzen.

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