Immobilie zur Altersvorsorge

Die mit Abstand gravierendste Veränderung bei der Wohnkostenbelastung ergibt sich aber mit dem Eintritt in den Ruhestand. Und dies erklärt auch, warum die selbstgenutzte Immobilie in Deutschland als die private Altersvorsorge schlechthin gilt. Denn die Mieterhaushalte müssen die weiter steigenden Mieten aus ihrem jetzt niedrigeren Einkommen bestreiten. Damit steigt ihre Wohnkostenbelastung bereits im Alter zwischen 60 und 65 sprunghaft auf 28 Prozent. Bei Eigentümerhaushalten dagegen gehen die Kosten für das Wohnen weiter zurück, weil sie ihre eigenen vier Wände bis zum Rentenbeginn in der Regel vollständig „bezahlt“ haben. Trotz geringerer Einkommen im Ruhestand macht der Posten „Wohnen“ in ihrem Haushaltsbudget damit keinen größeren Anteil aus als vorher. Bei den 60- bis 65-Jährigen bleibt er bei zwölf Prozent, bei den 66- bis 69-Jährigen sinkt er auf 11 Prozent, danach sogar auf deutlich unter die 10-Prozent-Marke. Hauptgrund für die gegenläufige Entwicklung der Wohnkosten von Mieter- und Eigentümerhaushalten, ist ein Phänomen, das empirica bereits in einer früheren Untersuchung aufgezeigt hat: Wohneigentümer weisen im Gegensatz zu Mietern ein diszipliniertes Spar- und Konsumverhalten auf. Wer eigene vier Wände erwirbt, ist offenbar weitgehend immun gegen die Anschaffung größerer Konsumgüter. Quelle: Ausgabe Viterra aktuell 01 / 2003

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