Wasserzähler

Was geschieht, wenn in einer Wohnung nicht abgelesen wurde oder nicht abgelesen werden konnte?

Kann der anteilige Wärme- oder Warmwasserverbrauch von Nutzern für einen Abrechnungszeitraum wegen Geräteausfalls oder aus anderen zwingenden Gründen, z. B. wegen Unzugänglichkeit der Wohnung für unseren Ableser, nicht ordnungsgemäß erfasst werden, ist er gem. § 9a Heizkostenverordnung vom Gebäudeeigentümer auf der Grundlage des Verbrauchs der betroffenen Räume in vergleichbaren früheren Abrechnungszeiträumen oder des Verbrauchs vergleichbarer anderer Räume im jeweiligen Abrechnungszeitraum zu ermitteln. Der somit ermittelte anteilige Verbrauch ist bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zugrunde zu legen.

Der Wasserzähler ist beschlagen - ist das Gerät undicht?

In den vorliegenden Fällen handelt es sich um Beschlag-Bildung infolge anhaltender Feuchtigkeitsverhältnisse innerhalb der Räume bzw. der Einbauräume (Duschkabine o. ä.). Bei Bestätigung Ihres Verdachtes, also Undichtigkeit innerhalb der Geräte, würden unter Einwirkung des Systemdruckes größere Mengen Wasser austreten und entsprechend Schäden im Bereich der Zähler bzw. deren Umfassungswände auslösen. Die Beschlag-Bildung hat keinen direkten Einfluss auf die Funktion der Wasserzähler und kann nur durch ausreichende Belüftung der Einbauräume oder Schächte abgestellt werden.

Warum stimmt der Hauptwasserzähler nicht mit der Summe der Werte der Nebenzähler überein?

Differenzen zwischen Hauptwasserzähler und Nebenzählern sind im Abrechnungsverfahren durchaus bekannt und größtenteils durch technische Begebenheiten begründet. Wir führen Ihnen nachfolgenden einige Punkte auf, die als Ursachen solcher Differenzen herangezogen werden können. Schleichmengen nicht korrekt schließender Armaturen (Druckspüler, Spülkästen, Mischbatterien) werden z. B. von einem Hauptwasserzähler erfasst, da sie sich innerhalb eines Leitungssystems summieren und somit eine größere Durchflussleistung ergeben. Bei einem Nebenzähler, der nur eine nicht korrekt schließende Armatur innerhalb seines Zählbereiches hat, ist es möglich, dass diese Schleichmengen aufgrund der vorgegebenen Messbereichsgrenzen nicht erfasst werden. Als weitere Ursache kommt auch eine zeitliche Verschiebung der Ablesetermine zwischen dem Hauptwasserzähler und den Nebenzählern in Frage. So ist es z. B. möglich, dass auch innerhalb weniger Tage große Wassermengen entnommen werden. Zusätzlich stellt sich bei der Analyse der Differenzmengen oftmals heraus, dass Allgemein-Zapfstellen, z. B. Füllleitungen der Heizungsanlage, Außenzapfstellen und Zapfventile innerhalb von Waschküchen, vielfach nicht mit Wasserzählern ausgestattet sind. Auch in derartigen Fällen ist davon auszugehen, dass zum Teil erhebliche Wassermengen entnommen, nicht aber als Einzelmenge bewertet werden.

Sind die Ablesewerte eines Wasserzählers absolut fehlerfrei?

Ein absolut fehlerfrei anzeigendes Gerät kann es nicht geben. Aus diesem Grund ist in der Eichordnung festgelegt, wie hoch die Fehlertoleranzen sein dürfen, damit ein Wasserzähler das Eich- bzw. Beglaubigungszeichen erhalten kann. Die Eichfehlergrenzen dürfen bei Eichung eines Wasserzählers an keiner Stelle des Messbereiches überschritten werden. Sie betragen für Kaltwasserzähler +/-5 % im unteren Messbereich und +/-2 % im oberen Messbereich. Für Warmwasserzähler sind dies +/-5 % im unteren Messbereich und +/-3 % im oberen Messbereich. Während bei der Eichung oder Beglaubigung die Eichfehlergrenzen eingehalten werden müssen, gelten für die Anwendung von Wasserzählern die Verkehrsfehlergrenzen. Sie betragen jeweils das Doppelte der entsprechenden Eichfehlergrenzen.

Warum verursacht der Wasserzähler Geräusche?

Nach unserer Erfahrung treten Geräusche auf, wenn die Einsatzgrenze der Durchflussmenge des jeweiligen Zählertyps erheblich überschritten wird. Daher bitten wir zu prüfen, ob die reale Durchflussmenge in den Einsatzgrenzen liegt, die bei der Auswahl des Gerätes zugrunde gelegt wurden. Sollte dies nicht der Fall sein, muss ein dem Volumenstrom entsprechender Zähler eingebaut werden.

Warum läuft der Wasserzähler, obwohl gar kein Wasser verbraucht wurde? Ist er defekt?

Bei einem zeitweiligen Mitlaufen des Zählers ohne Zapfprofil handelt es sich um eine installationsseitige Folgeerscheinung, die nicht auf den Wasserzähler selbst oder dessen Funktion zurückführen ist. Im Nachfolgenden stellen wir Ihnen einige Möglichkeiten dar, die als Ursachen der beschriebenen Funktionsweise herangezogen werden können. Sanitär-Armaturen mit Querströmen: Durch undichte Sanitär-Armaturen (z. B. Einhebel-Mischbatterien) können Querströme von der Kalt- zur Warmwasserseite oder umgekehrt fließen. Grundsätzlich ist zu dieser Reklamation festzustellen, dass ein Wasserzähler aufgrund des rein mechanischen Prinzips nur anzeigen kann, wenn auch wirklich eine Wasserbewegung stattfindet. Bei dem geschilderten Fall kann es vorkommen, dass beispielsweise auf der Kalt- oder Warmwasserseite in einer anderen Wohnung gezapft wird. Aufgrund des abfallenden Drucks innerhalb des Leitungssystems kann dann Warmwasser/Kaltwasser über eine nicht querflussfreie Mischbatterie in den anderen Wasserkreislauf gedrückt werden und bewirkt somit ein Mitlaufen eines Wasserzählers (Bewegung des Wassers in Fließrichtung). Druckstöße: Andere Fehlursachen können Druckstöße in einer Rohrleitung oder undichte Armaturen im Auslauf sein.

Wie funktioniert ein Wasserzähler?

Wasserzähler werden in den jeweiligen Warm- bzw. Kaltwasserzulauf des Nutzers eingebaut. Das Wasser wird durch ein Flügelrad im Innern des Zählers geleitet. Dieses Rad wiederum treibt ein Zählwerk an, in dem der Verbrauch in cbm/Liter registriert und angezeigt wird.

Wie sieht die Anzeigeart von Wasserzählern aus?

Es handelt sich um eine physikalisch exakte Maßeinheit. Die Anzeige erfolgt auf einem Rollzählwerk in cbm mit 2 bis 3 Nachkommastellen.

Was sind Warmwasserkostenverteiler?

Zur Erfassung des Warmwasserverbrauchs wurden von den 50er bis in die späten 70er Jahre sehr häufig Warmwasserkostenverteiler (WKV) eingesetzt. Diese Geräte leiten einen Teilstrom der Warmwasserleitung um. Dadurch wird ein Wärmespeicher erhitzt, und in einer daran anliegenden Ampulle kondensiert eine Flüssigkeit. Die Höhe der Flüssigkeit in der Ampulle gibt eine relative Größe für den Warmwasserverbrauch an. Mit zunehmendem Alter treten jedoch Probleme mit diesem Messgerätetyp auf. Je nach vorhandener Wasserqualität spielen Verschmutzung und Verkalkung zunehmend eine Rolle, was die Ablagerung in den Teilstromkanälen angeht. Die Ablagerungen in den Teilstromkanälen führen zu einer Verringerung der Verbrauchsanzeigen. Somit wird der Warmwasserverbrauch nicht korrekt und im Extremfall überhaupt nicht mehr erfasst (0-Anzeige).