Rauchmelderpflicht in Deutschland: Diese Regeln gelten in den Bundesländern

Rauchmelder retten Leben – besonders in der Nacht, wenn der Geruchssinn ruht und wir über unsere Sinne nicht schnell genug gewarnt werden. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland eine Pflicht zur Ausstattung mit Rauchwarnmeldern und zu ihrer Inspektion. Wo sie gilt und was sie beinhaltet, erfahren Sie im Folgenden.

Flächendeckende Pflicht beschlossen

Die Rauchmelderpflicht ist für Deutschland flächendeckend durch gesetzliche Vorgaben in den jeweiligen Bundesländern geregelt worden. Sie wurde bereits im Vorfeld seit Jahren von Feuerwehren und Brandschutzverbänden gefordert. Im Jahr 2003 hat Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland eine Pflicht zur Installation von Rauchwarnmeldern eingeführt. Seitdem schlossen sich immer mehr Bundesländer an. Die Pflicht gilt inzwischen für alle Bundesländer.

In Berlin und Brandenburg sind die letzten Übergangsfristen für die Ausstattung von Bestandsbauten mit Rauchwarnmeldern am 31.12.2020 ausgelaufen. In 15 von 16 Bundesländern gilt die Ausstattungspflicht nun für Neu-, Um- und Bestandsbauten. In Sachsen gestaltet sich die Situation noch anders:

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Rauchmelderpflicht in Sachsen

In Sachsen musste eine Rauchmelderinstallation bisher nicht in Bestandsimmobilien erfolgen. Das hat sich geändert: Seit einer Novellierung der Sächsischen Bauordnung im Juni 2022 müssen künftig auch Bestandsgebäude mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Dafür gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2023. Die Pflicht gilt für Räume, in denen bestimmungsgemäß Personen schlafen, sowie Flure, die als Rettungswege für diese Räume gelten. In Neu- und Umbauten müssen in Sachsen bereits seit dem 01.01.2016 Rauchwarnmelder installiert werden.

Wer für die Installation und Wartung von Rauchwarnmeldern verantwortlich ist

Die Landesbauordnungen (LBO) aller Bundesländer sind sich einig: Der Vermieter beziehungsweise Eigentümer ist für die fachgerechte Installation der Rauchmelder zuständig.

Die Verantwortung für die Wartung ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. In einigen Ländern ist der Vermieter/Eigentümer laut LBO für die Wartung zuständig, in anderen Ländern der Mieter/Bewohner. Generell gilt jedoch: Wenn laut der LBO der Mieter beziehungsweise Bewohner zur Rauchmelderwartung verpflichtet ist, wird diese Regelung durch das Mietrecht und die allgemeine Verkehrssicherungspflicht überlagert. Der Vermieter/Eigentümer muss also immer sicherstellen, dass eine regelmäßige Inspektion durchgeführt wird.

Was bei Nichtbeachtung der Rauchwarnmelderpflicht droht

Die Rauchmelderpflicht ist eine in der jeweiligen Landesbauordnung der einzelnen Bundesländer geregelte gesetzliche Pflicht. Wer dieser Pflicht nicht innerhalb der angegebenen Frist nachkommt, riskiert Konsequenzen – zum Beispiel in Form von Ersatzansprüchen, Regressforderungen, Mietminderungen oder auch Bußgeldern (zumindest in Hessen) – abgesehen von möglichen strafrechtlichen Folgen. Achtung: Auch eine nicht vermietete Immobilie wie eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus unterliegt der Rauchmelderpflicht.

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So erfüllen Sie die Rauchmelderpflicht

Um den gesetzlichen Pflichten vollumfänglich gerecht zu werden, sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen: die Ermittlung des Bedarfs an Rauchwarnmeldern gemäß den auszustattenden Räumen, die Auswahl und Bestellung der Geräte, die fachgerechte Installation und die regelmäßige Wartung.

In diesen Räumen müssen Rauchwarnmelder installiert werden

In den folgenden Räumen müssen Rauchwarnmelder angebracht werden:

  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Flure und Räume, die als Rettungswege dienen

In Berlin und Brandenburg sieht die Gesetzgebung vor, dass Rauchmelder auch in Wohnzimmern installiert werden. In Baden-Württemberg und Sachsen lautet die Regelung, dass Rauchwarnmelder in allen Räumen installiert werden, in denen Personen bestimmungsgemäß schlafen – das schließt zum Beispiel auch Gästezimmer mit ein. Grundsätzlich empfiehlt ista dringend, alle Räume (außer Küchen und Bäder) mit Rauchwarnmeldern auszustatten, um den höchstmöglichen Schutz für die Bewohner zu erzielen. 

Skizze zur Rauchmelderpflicht: In diesen Räumen müssen Rauchwarnmelder angebracht werden.

Welche Rauchmelder Sie auswählen sollten

Welche Rauchwarnmelder Sie installieren, entscheidet maßgeblich darüber, wieviel Aufwand Sie später haben. Sparen Sie in jedem Fall nicht an der Technik: Es gibt zwar sehr günstige Rauchwarnmelder, aber die Qualität lässt oft zu wünschen übrig. Setzen Sie besser auf hochwertige Technik, die lange hält und Fehlalarmen vorbeugt. Zudem ermöglichen moderne Funkrauchmelder eine Wartung aus der Ferne – ohne Betreten der Wohnungen.

Geräte gemäß Rauchmelderpflicht installieren

Bringen Sie Rauchwarnmelder immer gemäß ihrer Bedienungsanleitung an. Da Brandrauch nach oben steigt, sollten die Melder oben an der Zimmerdecke installiert werden – am besten mittig beziehungsweise mindestens 50 cm entfernt von Wänden, Lampen, Balken oder Unterzügen. Auch bei Dachschrägen sollte sich der Melder in einer waagerechten Position befinden und nie in der Dachspitze, sondern wenigstens 30 bis 50 cm darunter. Die Nähe von Luftschächten, starker Zugluft, Dampf oder Staub beeinträchtigt die Rauchmelder ebenfalls. Sie sollten auch nicht durch Schränke überdeckt oder von Farbe überstrichen sein. Am besten lassen Sie die Rauchwarnmelder von Fachkräften installieren.

Rauchwarnmelder richtig warten

Damit Rauchmelder ihre Aufgabe erfüllen können, muss ihre Funktionstüchtigkeit in Form von regelmäßigen Wartungen sichergestellt werden. Die Prüfung der Rauchwarnmelder muss gemäß Herstellerangaben erfolgen, mindestens jedoch alle zwölf Monate. Die genauen Vorschriften zur Wartung sind in der DIN 14676 geregelt. Eigentümer beziehungsweise Vermieter von Mehrfamilienhäusern und Wohneigentümergemeinschaften können für die Wartungstätigkeiten auch einen Dritten, zum Beispiel einen Dienstleister, beauftragen. So wird sichergestellt, dass die Rauchmelder richtig installiert und regelmäßig geprüft werden und die wiederkehrende Inspektion nach den entsprechenden Vorgaben protokolliert wird. Mit geringerem Aufwand kann der Vermieter so sein Haftungsrisiko aus der Rauchmelderpflicht nachhaltig minimieren.

Zu den Wartungsaufgaben gehören die folgenden Prüfungen:

  1. Funktion
    Stellen Sie über die Prüftaste des Rauchmelders sicher, dass ein Signal ertönt.
  2. Geräte 
    Überprüfen Sie, ob die Raucheintrittsöffnungen frei von zum Beispiel Staub oder Abdeckungen sind und halten Sie diese frei.
  3. Umgebung
    Prüfen Sie, ob der Rauchmelder in einem Umkreis von mindestens einem halben Meter frei von Hindernissen, wie zum Beispiel Möbelstücken, ist.
  4. Räume
    Sind alle notwendigen Räume ausgestattet? 
  5. Batterien
    Idealerweise haben Rauchmelder eine festeingebaute Batterie mit einer Haltbarkeit von zehn Jahren. So ist in diesem Zeitraum kein Batteriewechsel nötig. Sollte es dennoch zu Störsignalen kommen, muss das Gerät geprüft und gegebenenfalls getauscht werden. Bei Rauchwarnmeldern mit austauschbaren Batterien müssen diese bei der Wartung nach Herstellerangaben, oder wenn sie leer sind, ausgetauscht werden. 

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