Ein separater Stromzähler für Wärmepumpen ist vor allem in Mehrfamilienhäusern sinnvoll und ermöglicht eine verbrauchsgerechte Abrechnung.
Ein separater Stromzähler bietet Vorteile wie Transparenz, bessere Kostenkontrolle und ist Voraussetzung für günstigere Stromtarife oder Fördermittel.
Eine frühzeitige Beratung durch Fachbetriebe oder Energieversorger wird empfohlen (Bei Beantragung einer Förderung sogar verpflichtend), um die Effizienz der Anlage zu sichern und individuelle Vorteile zu nutzen.
Damit eine Heizung ordnungsgemäß funktioniert, muss der Energieträger erst ins System eingespeist werden. Im Falle einer Gasheizung bedeutet das: Gas wird von außen zu einem bestimmten Preis angeliefert und die Menge zum Beispiel per Gaszähler erfasst. Die Wärme, die durch das Verbrennen des Gases entsteht, erhitzt Wasser, das wiederum durch die Heizung und Leitungen fließt und für eine warme Wohnung sorgt. Die Menge an Wärme, die dabei verbraucht wird, wird in den Wohnungen per Wärmezähler oder Heizkostenverteiler erfasst und die Gaskosten anteilig am Wärmeverbrauch aufgeteilt.
Ähnlich verhält es sich auch bei der Wärmepumpe: Damit sie Wärme erzeugen kann, ist Strom notwendig, der selbst auch Geld kostet. Deshalb ist es wichtig, den Stromverbrauch der Wärmepumpe mit einem entsprechenden Zähler zu erfassen und auf die Wohnungen im Haus umzulegen – je nachdem, wie viel Wärme sie verbrauchen.
Im Vergleich zu anderen Heizsystemen bringt die Wärmepumpe aber eine Besonderheit mit, denn sie wird nicht nur mit einem Stromzähler ausgestattet, sondern auch wahlweise mit einem Gesamtwärmezähler oder einem separaten Wärmezähler. Es gibt außerdem Fälle, in denen noch weitere Stromzähler nötig sind. Welche Ausstattung konkret vorgeschrieben oder sinnvoll ist, hängt davon ab, in welcher Kombination Wärmepumpen mit zusätzlichen Wärmeerzeugern im Heizsystem des Hauses verbaut sind. Unterschieden wird in die folgenden Systeme:
Monovalent-monoenergetisch: Das bedeutet, dass die Wärmepumpe für den Betrieb nur eine Energiequelle (In der Regel Strom) und nur einen Energieträger (Zum Beispiel Luft, Wasser oder Erdreich) verwendet.
Bivalent-monoenergetisch: Hierbei wird ein zusätzlicher Heizstab ins System integriert, beispielsweise für die Warmwasserbereitung. Es kommt weiterhin nur ein Energieträger zum Einsatz.
Bivalent-multienergetisch: In diesem Fall wird die Wärmepumpe mit einem zusätzlichen Heizkessel betrieben. Da der Heizkessel selbst auch Energie benötigt, um beispielsweise die Warmwasserbereitung zu übernehmen, können neben dem Energieträger für die Wärmepumpe auch weitere Träger verwendet werden. So ist es denkbar, dass eine Luft-Wärmepumpe zusätzlich von einem mit Gas betriebenen Heizkessel unterstützt wird.
Für jeden dieser Fälle ist eine andere Ausstattung mit Messtechnik vorgeschrieben. Ob zur Wärmegewinnung eine Erd-, Wasser- oder Luft-Wärmepumpe eingesetzt wird, ist für die verbrauchsgerechte Abrechnung nicht relevant.
Monovalent bedeutet, dass nur ein Wärmeerzeuger eingesetzt wird. Also zum Beispiel nur die Wärmepumoe selbst. Monoenergetisch hingegen meint, dass nur eine Energiequelle genutzt wird, beispielsweise Strom. Bivalent bzw. Multivalent heißt entsprechend, es kommen mehrere Wärmeerzeuger zum Einsatz. Und bei multienergetischen Anlagen wird mehr als eine Energiequelle verwendet.
Für Systeme dieser Art kommt in der Regel nur ein Stromzähler zum Einsatz. Er wird direkt vor der Wärmepumoe angebracht und misst die verwendete Strommenge, deren Kosten später über die Heizkostenabrechnung auf die Wohnungen im Haus umgelegt wird. Da keine weitere Energiequelle nötig ist, weil es in diesem System weder Heizstab noch Heizkessel gibt, ist kein weiterer Stromzähler notwendig.
Ander sieht es bei Wärmepumpen aus, die einen zusätzlichen Heizstab nutzen. Auch hier gibt es einen Stromzähler unmittelbar vor der Wärmepumpe, der die entsprechend verbrauchte Strommenge erfasst. Da der Heizstab ebenfalls Strom benötigt, um ordnungsgemäß zu funktionieren, wird ein Stromzähler vor dem Heizstab installiert, um den Verbrauch zu messen.
Diese Systeme bestehen in der Regel aus der Wärmepumpe und einem Heizkessel. Wie in den Fällen vorher wird auch hier der Energieverbrauch der Wärmepumpe über einen Stromzähler gemessen. Anders jedoch als ein Heizstab wird der Verbrauch eines Heizkessels nicht per zusätzlichem Stromzähler ermittelt, sondern beispielsweise im Fall einer Gasheizung über einen Gaszähler, der über den Versorger abgerechnet wird. Warum? Heizkessel werden in den meisten Fällen nicht mit Strom betrieben, sondern häufig mit fossilen Energien.
Abgesehen von der technischen sowie gesetzlichen Notwendigkeit sprechen auch wirtschaftliche Gründe für einen eigenen Zähler. Viele Energieversorger bieten spezielle Wärmepumpentarife an, die auf den Betrieb der Anlage zugeschnitten sind. Diese Tarife sind oft günstiger als Standardstrompreise, da die Wärmepumpe, je nach erzeugter Leistung, als sogenannte steuerbare Last betrachtet wird. Dabei handelt es sich um Geräte, die bei Netzengpässen heruntergeregelt werden können. Voraussetzung für die Nutzung solcher Angebote ist in der Regel ein separater Stromzähler, der den Verbrauch der Wärmepumpe eindeutig erfasst.
Ein weiterer Vorteil separater Zähler liegt in der Möglichkeit, den Energieverbrauch detailliert zu analysieren. So kann der Betreiber nicht nur die Effizienz der Wärmepumpe überwachen, sondern auch gezielt Maßnahmen zur Optimierung ergreifen. Beispielsweise lässt sich erkennen, ob die Anlage in bestimmten Zeiträumen ungewöhnlich viel Strom benötigt oder ob sich durch Anpassungen im Heizverhalten der Verbrauch reduzieren lässt. Für Eigentümer, aber auch für Mieter, die einen Überblick über ihre Energiekosten behalten und gezielt sparen möchten, ist dies ein entscheidender Pluspunkt.
Bei mehreren Nutzern – etwa in Mehrfamilienhäusern oder bei gewerblichen Anlagen – ermöglicht der separate Stromzähler eine faire und transparente Zuordnung der Kosten. Jeder Nutzer kann seinen Anteil nachvollziehen und enthält eine entsprechend verbrauchsgerechte Heizkostenabrechnung.
Wichtig: Wenn ein Stromzähler für die Wärmepumpe genutzt werden soll, muss er auf jeden Fall geeicht sein.
Für die verbrauchsgerechte Abrechnung von Wärmepumpen ist es wichtig, die Stromkosten genau zu erfassen. Separate Stromzähler sind in der Regel notwendig, wenn zusätzliche Energieverbraucher, wie zum Beispiel Aufzüge ebenfalls über den Gesamtstromzähler gemessen werden. Auch, wenn ein externer Heizstab vorhanden ist, muss dessen Verbrauch separat gemessen werden. Das gilt jedoch beispielsweise nicht für Einfamilienhäuser. Da hier nur eine Partei Energie verbraucht, ist generell keine verbrauchsgerechte Abrechnung notwendig und damit auch kein Stromzähler vorgeschrieben. Da über entsprechende Messtechnik jedoch der genaue Energieverbrauch ermittelt werden kann, ist eine Integration dennoch sinnvoll und empfehlenswert. Es gibt in Einfamilienhäusern grundsätzlich die Möglichkeit, kleinere Wärmepumpen auch über den Hausstromzähler laufen zu lassen – wer jedoch den genauen Verbrauch im Blick behalten möchte, sollte zu einem separaten Stromzähler greifen.
Stromzähler sind ein zentrales Element beim Betrieb von Wärmepumpen und haben direkten Einfluss auf die Verbrauchserfassung, Kostenkontrolle und die Möglichkeit, von attraktiven Stromtarifen zu profitieren. Für alle gängigen Wärmepumpenarten empfiehlt sich ein separater Zähler. Darüber hinaus liegen die Vorteile in der Transparenz, der Abrechnung nach Nutzung und der Möglichkeit, den Energieverbrauch gezielt zu optimieren.
In selbst bewohnten Immobilien oder in Einfamilienhäusern kann der Hauptstromzähler weiterhin verwendet werden. Hausbesitzer sollten jedoch im Vorfeld prüfen, ob sich ein separater Zähler langfristig rechnet, etwa durch Zugang zu vergünstigten Tarifen oder Fördermitteln. Gleichzeitig bietet ein eigener Stromzähler für die Wärmepumpe die Chance, den eigenen Verbrauch besser verfolgen und damit reduzieren bzw. optimieren zu können.
Abschließend empfiehlt es sich, sich frühzeitig mit dem Thema Stromzähler und Wärmepumpe auseinanderzusetzen und bei Bedarf Beratung durch Energieversorger oder Fachbetriebe in Anspruch zu nehmen. So lässt sich sicherstellen, dass die Anlage effizient arbeitet, die Kosten im Griff bleiben und alle Vorteile moderner Energietechnik genutzt werden. Auch wir beraten Sie gerne zu Ihrer individuellen Wärmepumpen-Situation.