Im Sommer steigen nicht nur die Temperaturen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kommt es in den warmen Monaten des Jahres auch zu mehr Infektionen mit Legionellen. Denn: die Bakterien gedeihen besonders gut in warmem Wasser von 25 bis 45 °C. Erst ab 60°C sterben sie ab. Für Mieter ist es wichtig, die Risiken zu kennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahren durch Legionellen zu vermeiden. Fünf einfache Tipps sorgen für mehr Sicherheit.
Bei Legionellen handelt es sich um Bakterien, die natürlich in Süß- und Grundwasser vorkommen. In geringer Konzentration stellen sie keine Gefahr für Menschen dar. Auch im Trinkwasser sind Legionellen eher ungefährlich. Zum Risiko werden sie vor allem in Wasserdampf und zerstäubtem Wasser, wie es beispielsweise in Duschen oder Luftbefeuchtern vorkommt. Dadurch gelangen die Bakterien in die Atemwege und die Lunge, wo sie im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen. Kinder, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. Man kann jedoch Legionellen vorbeugen und damit das Risiko einer Erkrankung möglichst geringhalten.
Legionellen ganz vermeiden ist zwar nicht möglich, weil sie ein natürlicher Bestandteil des Wassers sind, es gibt aber einige Möglichkeiten, ihre Vermehrung zu hemmen:
Viele der Tipps sollen Legionellen vorbeugen, indem den Bakterien die Möglichkeit zur Vermehrung genommen wird, durch Zeit, Temperatur und fehlende Nährstoffe. Im Sommer ist das Risiko für die Vermehrung von Legionellen besonders hoch. Das liegt einerseits daran, dass sich die Bakterien zwischen 25 und 45 °C besonders wohlfühlen und erst ab 60 °C absterben. Andererseits verreisen viele Menschen im Sommer. Dadurch stehen Wohnungen und Büros häufig über mehrere Wochen leer und das Wasser steht in den Rohrleitungen: ideale Bedingungen für Legionellen. Denn der natürliche Biofilm, der in Wasserleitungen vorkommt, bietet Legionellen eine optimale Lebensgrundlage. Ob dies der Vermehrung Vorschub leistet, lässt sich durch die verpflichtenden Trinkwasseranalysen herausfinden.
Das eigentliche Risiko für eine Infektion durch Legionellen besteht nicht in dem Wasser, das wir trinken, sondern in dem, das wir einatmen. Durch Wassernebel- und dampf gelangen Legionellen in die Lunge und können dort Krankheiten auslösen.
Die Vorbeugung von Legionellen ist nicht nur Angelegenheit der Mieter. Auch Vermieter können dazu beitragen, das Risiko einer Infektion zu minimieren. Sie haben sogar eine gesetzliche Verpflichtung zur sogenannten Trinkwasseruntersuchung, die Legionellen vorbeugen soll. Je nach Art der Immobilie ist die Maßnahme in regelmäßigen Abständen Pflicht. Dabei wird geprüft, wie hoch die Konzentration der Legionellen ist. Überschreitet die Zahl bestimmte Grenzwerte, müssen Gegenmaßnahmen getroffen werden.
Zusätzlich können Vermieter folgendes tun, um ihre Mieter bei der Vorbeugung von Legionellen zu unterstützen:
Legionellen sind ein wichtiges Thema, dass Mieter und Vermieter gleichermaßen im Kopf behalten sollten. Dennoch gilt: Die Gefahr, sich durch Legionellen lebensbedrohlich zu infizieren ist in Deutschland relativ gering. Der Grund dafür sind viele gesetzliche Regelungen, mit denen eine hohe Trinkwasserqualität sichergestellt wird. Dazu gehören beispielsweiße Maßnahmen wie die Trinkwasseruntersuchung, die in der sogenannten Trinkwasserverordnung geregelt wird.