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Faktencheck: Das wussten Sie noch nicht über Wärmepumpen

16.04.2026 Lesezeit:
Wärmepumpen sind als Alternative zu fossilen Heizsystemen ein großer Hebel für die Energiewende. Kaum verwunderlich also, dass sie häufig Gesprächsthema sind. Allerdings kursieren viele Halbwahrheiten, Mythen und Fragen, die häufig zu Unsicherheiten führen. Wir beantworten die häufigsten und überraschendsten Fragen rund um Wärmepumpen und räumen mit Vorurteilen auf. Vielleicht ist ja auch etwas dabei, das Sie noch nicht wussten.

Wärmepumpen funktionieren nur in Kombination mit Fußbodenheizungen, oder?

Nein. Fußbodenheizungen haben den Vorteil, dass sie geringe Vorlauftemperaturen benötigen und deshalb Wärmepumpen dort besonders effizient arbeiten. Grundsätzlich können Wärmepumpen aber auch in bestehende Strukturen integriert und mit Heizkörpern verwendet werden.

Wärmepumpen sind nur zum Heizen geeignet, oder?

Nein. Praktischerweise können Wärmepumpen in der Regel nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen verwendet werden. Das wird möglich gemacht, indem der Energiekreislauf der Wärmepumpe umgekehrt wird. Die Wärme aus dem Gebäude wird aufgenommen und an die Umgebung abgegeben – ähnlich zur Funktionsweise eines Kühlschranks. Dadurch wird es im Haus bzw. der Wohnung kühl. Es gibt auch weitere Möglichkeiten, wie Heizwasser, dass durch einen externen Wärmetauscher fließt und dort automatisch abkühlt. Die Funktionsweise unterscheidet sich je nach Modell und Anwendungszweck der Wärmepumpe. Wenn Sie das Gerät zum Heizen und Kühlen nutzen möchten, lassen Sie sich am besten von einem Fachbetrieb beraten.
 

Wärmepumpen sind zu teuer, oder?

Teilweise wahr. Die einmaligen Anschaffungskosten sind häufig höher als bei Gas- oder Ölheizungen. Allerdings sind Öl oder Gas meist deutlich teurer als Strom, der für den Betrieb der Wärmepumpe gebraucht wird. Darüber hinaus wird der Einbau von Wärmepumpen durch unterschiedliche Programme staatlich gefördert, Sie bezahlen also in der Regel nicht den vollen Preis, sondern können, je nach Förderprogramm, bis zu 70 Prozent der Anschaffungskosten sparen. 
 

Fördermöglichkeiten für Wärmepumpen

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich bei der Anschaffung einer Wärmepumpe unterstützen zu lassen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Förderung Wärmepumpe: Zuschüsse sichern.

Wärmepumpen funktionieren nur in Neubauten, oder?

Nein. In Neubauten ist es häufig einfacher, eine Wärmepumpe zu installieren, weil sie von Anfang an mitgedacht und integriert werden kann. In bestehenden Häusern braucht es vorher ein gut durchdachtes Konzept, wie der Einbau gelingen kann. Dadurch ist es möglich, eine sorgfältige Planung vorausgesetzt, eine Wärmepumpe auch im Altbau einzusetzen. Tatsächlich laufen sie im Altbau sogar sehr effizient – unabhängig vom Baujahr des Gebäudes.

 

Wärmepumpen auch im Altbau effizient

Eine Studie hat herausgefunden, dass Wärmepumpen im Altbau effizienter arbeiten als angenommen. Erfahren Sie mehr darüber, wie das funktionieren kann.

Wärmepumpen sind sehr laut, oder?

Das stimmt teilweise. Wenn von Lärmbelästigung durch Wärmepumpen die Rede ist, geht es meist um Luft/Luft- oder Luft/Wasser-Wärmepumpen. Der Grund: Sie nutzen zur Wärmeerzeugung einen Ventilator, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dadurch sind diese Wärmepumpen meist lauter als andere Arten. Aber: Inzwischen gibt es Modelle, die deutlich leiser laufen und auf etwa 48 dB (Lautstärke eines Kühlschranks) oder sogar 30 dB (Leiser Flüsterton) heruntergeregelt werden können. 
 

Welche Wärmepumpe ist die richtige?

Den Überblick über verschiedene Wärmepumpen-Arten zu behalten, ist nicht immer einfach. Wir helfen Ihnen dabei. 

Wärmepumpen verbrauchen sehr viel Strom, oder?

Das stimmt teilweise. Erst einmal: Ja, Wärmepumpen brauchen Strom, damit sie funktionieren. Aber: Sie nutzen Energie deutlich effizienter als andere Heizarten. Für rund 1 kWh Strom entstehen etwa 4 bis 5 kWh Wärme. Sie vervielfältigen die eingespeiste Energie also um ein vier- bis fünffaches, je nach Art der Wärmepumpe.

So finden Sie den richtigen Stromzähler

Wärmepumpen brauchen unter anderem Stromzähler, um verbrauchsgerecht abgerechnet werden zu können. Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten es hierzu gibt.

Wärmepumpen sind nicht so klimafreundlich, wie sie scheinen, oder?

Hier lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Ein Kritikpunkt ist in der Regel die Nutzung des Kältemittels. Das ist tatsächlich nicht ideal, weil viele Wärmepumpen sogenannte flourierte Treibhausgase nutzen, die bei Austritt (nur dann!) klimaschädlich sind. Aber: Immer mehr Wärmepumpen nutzen Alternativen, wie Propan, das ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial hat. Darüber hinaus ist entscheidend, woher der genutzte Strom für die Wärmepumpe kommt – ähnlich wie bei E-Autos und Stromnutzung generell. Wird der Strom zu großen Teilen aus fossilen Energien generiert, ist die Nutzung deutlich weniger umweltfreundlich, als wenn der Strom zum Hauptteil oder vollständig aus erneuerbaren Energien stammt. Wärmepumpen nutzen den normalen Haushaltsstrom, auf den auch der Herd, Kühlschrank und weitere Elektrogeräte zurückgreifen, also quasi aus der Steckdose. Dadurch greift sie auf den in Deutschland üblichen Strommix zu. Darin enthalten ist aktuell auch Strom aus fossilen Quellen, der Anteil an erneuerbaren Energien nimmt allerdings kontinuierlich zu. Der Strommix unterliegt Schwankungen, im ersten Quartal 2026 hat Deutschland eine Quote von rund 54 Prozent erneuerbare Energien erreicht. 2025 waren es im Durchschnitt 52 Prozent.

Wärmepumpen funktionieren in sehr kalten Wintern nicht, oder?

Das stimmt nicht. Moderne Wärmepumpen können auch bei Minusgraden zuverlässig eingesetzt werden. In der Regel funktionieren die Geräte selbst bei Außentemperaturen von bis zu -20°C. Da zur Wärmeerzeugung der gasförmige Zustand des eingesetzten Kältemittels von Bedeutung ist, ist vor allem sein Siedepunkt entscheidend. Der liegt bei Propan bei -42°C.
Wärmepumpen-Arten, die bei zweistelligen Minusgraden oder anderen extremen Witterungsbedingungen nicht zuverlässig funktionieren würden, haben in der Regel einen Heizstab integriert, der nach Bedarf die Wärmeerzeugung automatisch unterstützt. So können beispielsweise auch Luft/Wasser-Wärmepumpen, deren außen liegende Einheit der Witterung ausgesetzt ist, bei sehr niedrigen Temperaturen weiterhin heizen.
 

Wie funktioniert eigentlich eine Wärmepumpe?

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie eine Wärmepumpe Ihre Heizung erwärmt und welche Mittel dafür notwendig sind? Das Wichtigste erfahren Sie in unserem Artikel.

Noch mehr Wissenswertes zur Wärmepumpe


Die Möglichkeiten, eine Wärmepumpe in Immobilien zu integrieren und zu nutzen, sind vielfältig, insbesondere, wenn Sie Wert auf zukunftsfähige Gebäude legen, die möglichst energieeffizient beheizt werden sollen. Sie benötigen noch weitere Informationen? Dann helfen Ihnen unsere Artikel rund um das Thema Wärmepumpe weiter: